Von Rodinberch bis Rothenbergen
Geschichte und Geschichten aus dem Dorf an der Straße

 

 

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Von Rodinberch bis Rothenbergen

Geschichte und Geschichten aus dem Dorf an der Straße
 

 

 

Aktuelles



„Von Rodinberch bis Rothenbergen“ – Karte zum Buch erschienen

Eine Landkarte zu ihrem Buch „Von Rodinberch bis Rothenbergen – Geschichte und Geschichten aus dem Dorf an der Straße“ haben die Autoren Martin Ludwig und Peter Völker erstellt. Sie wurde am 17. August 2010 um 20 Uhr  im Landgasthof „Zum Bogen“ in Gründau-Rothenbergen der Öffentlichkeit vorgestellt. „Wir sind damit dem Wunsch vieler Leserinnen und Leser unseres Buches nach gekommen“, sagte Ludwig.

Die Landkarte gibt sowohl einen Überblick über die Gemarkung Rothenbergen mit allen Flurnamen, Straßen und Wegen als auch über den Ortskern. Eingetragen sind mit Ziffern über 30 wichtige historische Orte, die über eine Legende erklärt werden.  Auf der Rückseite der auf Buchgröße gefalteten Karte ist ein kurzer historischer Abriss der Rothenberger Geschichte abgedruckt. Die Karte ist ab dem 18. August 2010 zum Preis von Euro 7,80 in Rothenberger Geschäften und im Gasthaus „Zum Bogen“ sowie bei den Autoren erhältlich.

Gez. Martin Ludwig, Peter Völker

GT-Artikel vom 20.08.10 zum Download anklicken!


Hans Kreuzer referierte auf Einladung von Martin Ludwig und Peter Völker am 5.3.2009 in der Gaststätte "Zum Bogen" in Gründau-Rothenbergen.                                        

Pressenotiz zum Vortrag: Unsere Region nach Napoleon – Hans Kreutzer

Über den Napoleonischen Krieg in unserer Region wurde schon viel berichtet, auch  vor kurzem hier in Rothenbergen. Nun soll über die Zeit nach Napoleon berichtet werden und mehr darauf eingegangen qwerden welche Folgen der Krieg hatte und mir erscheint es nicht wichtig, dass Napoleon in Rothenbergen war. Deshalb wird die große Politische Lage in Hessen nur kurz abgehandelt. Dabei steht das Hoheitsamt Meerholz, mit den Orten Meerholz, Hailer, Haitz, Neuenhaßlau, Gondsroth, Niedermittlau, Roth, Rothenbergen, Lieblos und Niedergründau im Mittelpunkt.  Als Quellen dienten Unterlagen aus dem Meerholzer Gemeindearchiv, dem Hessischen Staatsarchiv Marburg und dem Tagebuch des Hoheitsschultheißen Georg Mohn von Hailer.
Der Vortrag beginnt mit dem Gedicht aus jener Zeit: „Mit Mann und Roß und Wagen so hat sie Gott geschlagen.“ 
Ein Zeitzeuge jener Zeit, der Pfarrersohn Carl Calaminus schildert uns was sich hier und besonders auf der Bergkirche abspielt, in seinen „Erinnerungen aus den Tagen der Schlacht bei Hanau.“
Nach dem Wiener Kongreß 1815 kommt unsere Region zu Hessen Kassel.  Mit einem Staatsgesetz von 1816 verloren die Meerholzer Grafen ihre Souveränität.  1817 beantragte die Meerholzer Gräfin die Stadt und Marktrechte für Meerholz, die aber abgelehnt wurden, weil es noch Frondienste gab, die dann später um 1835 abgeschafft wurden.
Aus der Sterbeliste des Amtes Meerholz von 1813 bekommen wir ein gutes Bild über die Kriegsfolgen, denn es brachen Seuchen aus, Nervenfieber genannt, unter dem vor allem die Orte Haitz, Hailer, Lieblos, Rothenbergen aber besonders Roth litten. Aus dieser Liste ist zu entnehmen, dass es in allen Orten danach viele Halbwaisen gab, das waren in Lieblos 28, in Rothenbergen 35 und Roth 15 Kinder. Das Nervenfieber war so schlimm, dass ein Gesetz vom 8. März 1814 eine schnelle Beerdigung befahl und damit keine Leute mitgehen durften.
Ein längerer Teil beschäftigt sich mit den Zahlungen der Kriegskosten von 1813 bis 1816. Besonders interessant ist die Geschichte des Gründauers Ludwig Gerhold, der 1813 dreißig in Niedergründau liegenden toten Franzosen beerdigte und für seine Entlohnung von der Gemeinde 30 Gulden forderte, die der Bürgermeister Wagner verweigerte und erst 1827, also nach 14 Jahren, bekam er die ihm zustehenden  60 Gulden ausgezahlt.
Ende September 1830 brachen  Unruhe aus, so zogen viele Gründauer vor das Meerholzer Schloss und verlangten weniger Frondienste und finanzielle Entlastung. Vielerorts wurden von den Behörden die Herausgabe der Hypothekenbücher und  Stempelpapiere verlangt. Aber bereits im Dezember hatten die Behörden alles wieder im Griff, weil den Bürgern eine Verfassung versprochen wurde, die am 5. Januar 1831 veröffentlicht wurde. Trotz aller politischen Vorgänge, war auch die Armut, die durch eine Missernte 1830 ausgelöst wurde, wohl Ursache für die Revolution, wie uns ein Bericht aus Schlierbach deutlich vor Auge führt.
Folge der neuen Verfassung war die Aufhebung des Zehnten und die Schaffung neuer Gemeindestrukturen. Es wurden jetzt Bürgermeister und Gemeinderäte von den Bürgern gewählt. Die Gemeindeverwaltungen wie wir sie heute kennen sind damals entstanden.  Zum Schluss werden zwei arme Meerholzer  beschrieben, denn sie zeigen die große Armut in dieser Zeit. Sie waren wegen  kleiner Delikte in die Mühlen der Justiz geraten. In einem Beschwerdebrief an die Justiz schrieb einer davon : Lieber 12 Jahre Kassel, (da hatte er 12 Jahre im Zuchthaus gesessen), als ein Jahr Meerholz.

 


Kollageroman „Schnudeputzers Tochter“von Doris Müller-Glattacker erschienen

- Sozialgeschichte Rothenbergens Anfang der 50iger Jahre lebt auf -

- Von Peter Völker -

„Schnudeputzers Tochter“ von Doris Müller-Glattacker ist einfühlsames Werk, in dem sowohl die kindlichen Gefühle, als auch der Verstand der erwachsene Frau zum Ausdruck kommen. In über 70 Szenen entfaltet sich dem Leser und der Leserin das Dorfleben Anfang der 50iger Jahre, das manchmal hart und rau aber voller alltäglicher Abenteuer ist; eine Welt, die dem modernen Dorfkind in der Konsumgesellschaft verloren gegangen ist.

Dieser Dorfalltag ist ebenso geprägt von Entbehrungen und elterlicher Strenge wie von kindlichen Freiheiten auf Straßen, Wiesen, in Wäldern und am nahen Fluss, den Begegnungen des Kindes mit zahlreichen dörflichen und fremden „Originalen“, wie beispielsweise dem von Flöhen übersäten Knecht des Bauernhofes, den dörflichen Festen, wie der Kerb, auf die die Kinder sehnsüchtig warteten. Man ist der Erzählerin immer nahe, steht neben ihr, hört, fühlt und sieht durch sie hindurch, sitzt mit ihr auf dem Schlitten und saust bei klirrender Kälte vom Galgenberg bis zur Frankfurter Straße.

Kristallationspunkt der Kinderwelt ist eine kleine Fluchtwohnung der ausgebombten Hanauer Friseur(Schnudeputzer)-Familie über der traditionsreichen Gaststätte „Zum Bogen“, von deren Fenstern aus das Treiben im Dorf gut zu beobachten ist und in deren Gasträumen sich das Dorfleben verdichtet. Bitter das Ende, als das Kind dem geliebten Dorf entrissen wird, weil der Schnudeputzer wieder Arbeit in Hanau findet.

Doris Müller-Glattacker „Schudeputers Tochter“, CoCon-Verlag, Hanau, 168 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-937774-67-1.

Kontakt: Peter Völker, 0171-3398160


Ein Beitrag der Gelnhäuser Neuen Zeitung (NHZ) vom 3.3.2007:
Entfremdung der Dorfstraße³

Peter Völker und Martin Ludwig sprechen sich gegen Asphaltierung aus
Von Tanja Bruske
Gründau-Rothenbergen. Peter Völker und Martin Ludwig, Autoren des
geschichtlichen Romans “Von Rodinberch bis Rothenbergen³, machen sich Sorgen
um die alte Dorfstraße des Ortsteils. Die Gemeinde Gründau plant deren
Sanierung. Allerdings soll die Fahrbahn asphaltiert werden ¬ nicht eben ein
angemessener Umgang mit einer geschichtlich so bedeutenden Straße, meinen
die Autoren.

Bereits im Juni des vergangenen Jahres war die alte Dorfstraße in
Rothenbergen, die einzige Straße Gründaus, die unter Denkmalschutz steht,
Thema in der Gemeindevertretung. Damals ging es um die Finanzierung des vom
Landesdenkmalamt geforderten Natursteinpflasters, die mit 21 000 Euro
Mehrkosten zu Buche schlagen würde.
Die Gemeindevertreter hatten damals entschieden, zugunsten eines
Landeszuschusses auf die Einrechnung dieser Mehrkosten in den Straßenbeitrag
der Anwohner zu verzichten. Wie das Gründauer Bauamt gestern auf Anfrage der
GNZ mitteilte, habe sich die Situation nun zum Teil geändert. Die Gemeinde
habe mit dem Denkmalschutz einen Kompromiss gefunden: Die Fahrbahn solle nun
asphaltiert werden, nur die Rinnen am Rand und ein Gehweg von jeweils 1,50
Meter Breite mit Naturstein gepflastert werden. Das Bauamt begründete diese
Entscheidung damit, dass es straßenbautechnisch nicht von Vorteil sei, die
Fahrbahn ebenfalls mit Naturstein herzustellen. Auf Dauer werde dieses
Pflaster wieder geschädigt.
“Wir dachten, nach den städtebaulichen Sünden der 70er-Jahre gebe es neues
Geschichtsbewusstsein³, zeigen sich Peter Völker und Martin Ludwig
enttäuscht. Die Autoren verweisen darauf, dass die alte Dorfstraße ein Stück
der historischen Leipziger Straße und der älteste Teil von Rothenbergen sei
¬ dies sei auch historisch belegt. “Auch wenn es nicht mehr das
Originalpflaster ist, sollte man den Charakter der Straße durch eine
angemessene Bepflasterung erhalten³, meint Völker.
Er hält die Pläne der Gemeinde für eine “totale Entfremdung der Dorfstraße³.
Er appelliert an die Gemeinde, sich an Gelnhausen zu orientieren ¬ dort sei
auf dem Obermarkt die Alte Leipziger Straße gut integriert worden, und das
Pflaster halte dem Verkehr offensichtlich stand.
“Geschichte wird nicht geschrieben, Geschichte wird gemacht ¬ und dies ist
der negative Fall, wenn etwas so verändert wird, dass es nicht mehr
geschichtsgerecht ist³, meint Völker.


Der Wellesborn

Der Wellesborn (Wäldches´brunnen) ist eine alte Wasserstelle. Wahrscheinlich wurde sie schon ca. 5000 v. Chr. von den Bewohnern der jungsteinzeitlichen Siedlung genutzt, die sich am darüber liegenden Hang befand. Die Absenkung des Grundwassers und die Drainageanlage auf den Äckern haben den Brunnen im letzten Jahrhundert langsam versiegen lassen.
Seit 1810 führte an dieser Stelle die Frankfurt-Leipziger-Straße vorbei. In der Neuzeit diente die Brunnenanlage als Rastplatz für Wanderer und Übernachtungsstätte für fahrendes Volk. Um den Wellesborn feierten die  Menschen der Umgebung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts jedes Jahr das „Kirschblütenfest“, denn die Reichs- und spätere Bundesstraße 40  säumten seit 1857 von Rothenbergen bis Langenselbold zahlreiche Kirschbäume. Die Verwaltung des Gerichts Gründau soll hier ihre umliegenden Grundstücke verpachtet haben und anschließend Teile des Erlöses für einen Umtrunk beim Rothenberger „Loose-Wirt“ eingesetzt haben. 


Für „Highland cattle“, das Zentralorgan der Hochlandrinder-Züchter in Deutschland

Highland-Cattle-Zucht auf geschichtsträchtigem Boden

Die Weiden des Karl-Friedrich Roth (genannt „Charly“) prägen das Dorf Rothenbergen, das Teil der Gemeinde Gründau ist. Auf sanften Hügeln, von denen der Blick über das südlich gelegene Kinzigtal zu den nordwestlichen Ausläufern des bayerischen Spessart wandert, stehen seine vierbeinigen Leidenschaften: rund 40 Highland-Cattle-Rinder. Die Grasflächen liegen am Rande zweier berühmter Handelsstraßen der deutschen Geschichte, der alten Ost-West-Frankenstraße aus der Zeit der fränkischen Rodungsperiode zwischen dem 700 bis 800 n.Chr. und der davon abzweigenden Alten-Leipziger-Straße, die im Hochmittelalter die Messestädte Frankfurt und Leipzig verband und über die in dieser Zeit täglich Hunderte von Wagen rollten.

An einer Stelle verlief der alte Handelweg sogar über eine der Weiden Züchters, Kochs, Metzgers und Wirtes aus Rothenbergen oder Rodinberch, wie das Dorf zur Zeit der Franken hieß. Dort, am Rande eines alten Steinruchs,  wo Johan-Wolfgang von Goethe in Dichtung und Wahrheit die Vision eines griechischen Amphitheaters beschreibt, graste bis zu ihrem Gnadentod vor einigen Jahren, die aus Schottland stammende Urmutter der  Rinderzucht , Lady 40th of Ley‘s.

Eine Perspektive für den Sohn

Bekanntschaft mit den Highland Cattles machte „Charly“ Roth bereits in jungen Jahren, als sein Vater ihm über die Gaststätte hinaus eine Perspektive bieten wollte und drei Färsen erwarb. Charly übernahm Gaststätte und  Zucht 1986 nach dem Tode seines Vaters. „In den ersten Jahren hatten noch meine Metzger- und Kochausbildung Vorrang, aber als Vater starb, war ich von den Highlands infiziert“, erinnert er sich. Auch sein Immobilien-Erbe hat eine Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Der heutige Landgasthof „Zum Bogen“ mit Hotelbetrieb war schon zur Zeit Kaiser Barbarossas Umspannstation und Herberge an der alten Reichsstraße und hieß damals „Schieversteiner Hof“.

Der Familienbetrieb  „Bogen“ ist heute eine der letzten pulsierenden Dorfgaststätten der Region und versprüht dennoch mehrmals im Jahr internationales Flair. In regelmäßigen Abständen werden zünftige „schottische Abende“ organisiert. Dann wird zu den Highland-Cattle-Spezialitäten Whiskey serviert und die Klänge eines Dudelsackpfeifers werden vom Wind zu den Ohren der Rinder auf den nahen Weiden getragen. Für das Ambiente dieser weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannten Ereignisse sorgt Charlys Frau Ute und an den Tischen servieren nicht selten Charlys Schwestern Elvira und Elisabeth. Auch seine Mutter Wilhelmine (Minna) mischt und wischt ab und zu in der Küche mit. Sie hat er auch auf der Speisenkarte mit dem Steak-Gericht „Wilhelmine vom Bogen“ schon zu Lebzeiten verewigt.

Die Eigenvermarktung ist also das Markenzeichen der Gaststätte, die auch im Alltagsbetrieb mit einer ganzen Reihe von Highland-Gerichten aufwartet. Eines verrät der Wirt den Lesern dieses Magazins:

„Carpaccio vom Highland Cattle – dünne Scheiben vom Filet an Balsamico-Vinaigrette“ (für acht Personen)

Zur Vinaigrette:

Weißer Balsamico (2 Kaffeetassen)
Olivenöl (1 Kaffeetasse)
Mittelscharfer Senf (1 Teelöffel)
Zitronensaft von einer Viertel Zitrone
Salz (1 Messerspitze)
Grober schwarzer Pfeffer (2 Messerspitzen)
Zucker (1 Teelöffel)
Frisches Kräutergemisch: Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Boretsch, Kresse, Pimpernelle, Sauerampfer (1 Kaffeetasse)
Eine Schalotte, fein gewürfelt
Eine Zehe Knoblauch, äußerst fein gewürfelt

 

Zubereitung

Vinaigrette: Essig, Öl, Zitronensaft, Senf, Salz, Pfeffer verrühren und abschmecken.  Danach Schalotte, Knoblauch und einen Teil der Kräuter hinzugeben.
Filet:  Mit Salz, Pfeffer und einem Teil der Kräuter würzen, in Frischhaltefolie wickeln und im Gefrierfach anfrosten. Nach 1 ½ Stunden herausnehmen und in hauchdünne Scheiben schneiden. 6 bis 8 Scheiben auf Teller anrichten und dünn mit Vinaigrette bestreichen.
Dazu getoastetes Weißbrot und Butter. Mit Tomatenwürfeln und Basilikumblatt garnieren. 

Öffentliches Kochen bildete Höhepunkt des Gründauer Kultursommers

Seine Highland-Kochkünste stellte der Bogen-Koch in diesem Jahr einem breiten interessierten Publikum vor. Unter dem Motto „Landgewächs am Küchentische“ bildete ein öffentliches Kochen auf der Bühne einen der Höhepunkte des Gründauer Kultursommers. Auf der Speisekarte dieser Veranstaltung:
„Gärtnersalat“ aus Blattpetersilie mit Tomatenwürfen und Balsamico-Vinaigrette, angerichtet an Sülze vom Hochlandrind (Vorspeise).
„Graupensüppchen nach Bauernart“ mit gewürfeltem Tafelspitz vom schottischen Hochlandrind, verfeinert mit Thymian und Rosmarin. (zweite Vorspeise).
„Geschmorte Keule vom Linsenberg“ mit Kräuter-Schwenkkartoffeln sowie mit Sesamöl und in Honig karamellisierten Möhren und Staudensellerie (Hauptspeise).
„Küchenmeisters Waldbeervariationen“, frische Waldbeeren  auf Waldbeermus mit Schokomouse und Eischnee (Nachspeise).

Einige seiner Tiere machten dem Charly aber nicht nur auf der Speisekarte Ehre. Mit seinem Zuchtbullen „Conners of Greenfield“ errang er auf der VDHC Bundesrasseschau 2001 den 1a)-Preis „Bester Nachwuchsbulle und im folgenden Jahr für das selbe Tier den 1a)-Preis auf der Hessischen Fleischrinderschau.

 

Verantwortung prägt den Umgang mit den Tieren

Für den Züchter und Verwerter aus Rothenbergen ist ein verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren höchstes Prinzip. Dies drückt sich nicht nur in der artgerechten Haltung auf seinen „Hochweiden“ aus, sondern begleitet seine Highland-Cattles auch auf dem letzten Weg. Für ihn wäre es undenkbar, die Tiere an einen anonymen Schlachthof abzugeben. Deshalb schlachtete der gelernte Metzger in den ersten Jahren zunächst selbst auf dem eigenen Hof. Nach einer EU-Verordnung, die die Hausschlachtung untersagte, transportiert  er seine Rinder selbst zur Schlachtung in das nur wenige Kilometer entfernte Nachbardorf Mittelgründau. „Wenn die Tiere zu nervös sind, betäuben wird sie noch vor dem Schlachthaus auf dem Wagen“, sagt er. Zerlegt und verarbeitet werden die Tiere im eigenen Betreib.

Seine schottische Leidenschaft wäre ohne die Familie, insbesondere seine Frau Ute, undenkbar, gesteht Charly ein. Wenn Not am Mann ist, beispielsweise bei der Wasserversorgung der Tiere oder beim Heumachen, springt auch mal die Nachbarschaft ein. Seine Frau kümmert sich um Landwirtschaft, Gasthof und Hotel, wenn er mit besonderen Zuchtexemplaren zu Ausstellungen fährt. Sein Enthusiasmus ist ungebrochen. Auch Tiefschläge wie zwei Brandstiftungen an seinen Feldscheunen in den letzten Jahren werfen ihn nicht um. Nach dem letzten Brand vor wenigen Wochen, wurde ihm sofort Heuersatz von einem befreundeten Landwirt und von Verwandten für die kalten Monate angeboten. Karl-Friedrich Roth, genannt Charly, genießt eben Wertschätzung in seinem Heimatdorf und darüber hinaus.

Informationen zur Geschichte der Gaststätte, zur Familie und zur Zucht auch unter: www.zumbogen.de

(Peter Völker, Buchautor, Informationen: www.petervoelker.de und www.rodinberch.de)
Gründau, Dezember 2006


Do, 23.11. 19:30 Uhr

Lesung mit M. Ludwig, P. Völker und H. M. Schmidt aus „Von Rodinberch bis Rothenbergen“, „Scharlachsamt“ und „Gedanken eines Unzeitgemäßen" am 23.11.06 in der Wissenschaftlichen Bibliothek der Grimmelshausenschule in Gelnhausen In der Aue stattfindet.


„Von Rodinberch bis Rothenbergen“ (2. Auflage)
 von Martin Ludwig und Peter Völker 

Eine Rezension von Hans Melchior Schmidt*

Vor wenigen Tagen ist die 2. Auflage des sehr bemerkenswerten Buches über die Geschichte des hessischen, an dem alten, bedeutenden Handelsweg Frankfurt-Leipzig gelegenen Dorfes Rothenbergen erschienen. Darin ist den beiden Autoren die sicherlich außergewöhnliche Kombination gelungen, dessen lokalhistorische Entwicklung in den Zusammenhang mit der Geschichte Mitteleuropas zu stellen und sie gleichzeitig durch kurze, poetische Erzählungen lebendig werden zu lassen. Möglich wurde dies durch die fruchtbare Zusammenarbeit des Geschichtslehrers Martin Ludwig (Studienrat am Grimmelshausen-Gymnasium, Gelnhausen) mit dem Schriftsteller Peter Völker (u.a. auch Mediensekretär beim Bundesvorstand von ver.di in Berlin).

 

Die von den Autoren bearbeitete Zeitspanne reicht von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart. In jedem der 22 Kapitel des Hauptteils werden von Ludwig die historischen Hintergründe für die in Rothenbergen stattfindenden  lokalen Ereignisse dargestellt, wobei wegen der Quellenlage diejenigen des 19. und 20. Jahrhunderts naturgemäß in stärkerem Maße  zum Zuge kommen. Mit sicherem Blick für das Wesentliche, in einer verständlichen, klaren Sprache versteht er es, die Geschichte seines Heimatdorfes zu erfassen, ohne von der vorgegebenen Linie abzuweichen oder sich zu sehr in Details zu verlieren. Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass er sich bei den Recherchen zu diesem Buch das Verdienst erworben hat, die Urkunde der ersten Erwähnung Rothenbergens aus dem 13. Jahrhundert auf Schloss Anholt beim Niederrhein aufzufinden.

 

In nahezu allen Kapiteln ergänzt nun Völker (ebenso ein Rothenberger) die geschichtlichen Abläufe des Dorfes durch in die Zeitepochen eingebundenen kurzen Geschichten, in denen diese durch seine erzählerischen Fähigkeiten eine überaus menschliche Dimension gewinnen, die den herkömmlichen, eher trockenen Geschichtswerken gewöhnlich abgeht. Denn in diesen Miniaturen wird der Dorfbewohner,  als der an den Weltläufen unmittelbar Beteiligte gezeichnet, meist als ein unter ihnen Leidender, als ihr Opfer, manchmal als staunender Beobachter, als ihr Mitläufer oder auch als ihr Nutznießer und durch sie Begünstigter. Völker richtet den Focus der sein Dorf streifenden Historie auf die kleinen und einfachen Leute, die ihr meist sehr karges Dasein fristeten, d.h. auf die menschlichen und unmenschlichen Seiten ihrer Existenz. All dies weiß er mit einem Schuss Herzblut und Poesie zu untermalen, wie sie ein Autor haben muss, der mit der Geschichte seines Dorfes auch ein gutes Stück seine eigene schreibt.

 

Diese Aussage trifft  besonders auf die Anschlusskapitel zum Hauptteil zu, nämlich „Eine Kindheit an der Straße“ und die Beschreibungen über den Grenz- bzw. den Gang durch die Dorfmitte. Einfühlsam und liebevoll wird in ihnen der Blick auf die jüngste Vergangenheit und die Gegenwart gerichtet, selbst auf jene Veränderungen, die die Lebensqualität für die Bewohner des Dorfes ungünstig beeinflussten.  Diesbezüglich hätte sich der zeitkritische Leser vielleicht ein paar mahnende Worte für die Zukunft gewünscht.

 

Der im übrigen geschmackvoll gestaltete, ja geradezu bibliophile Band endet mit den Lebensbeschreibungen zweier Menschen aus Rothenbergen, als vielleicht typische Beispiele für die Interessantheit der persönlichen Geschichte seiner Bewohner.

 

Die Kapitel des Buches werden durch Kartenausschnitte, ein Luftbild sowie Schwarz-Weiß-Fotos  und einige Zeichnungen bereichert und illustriert. Dem historischen Teil des Buches ist ein ausführliches Literaturverzeichnis angefügt.
Mit dem Band sind die beiden Autoren neue Wege in der Aufbereitung von Lokalgeschichte gegangen. Ich würde mir in den Dörfern und kleinen Städten landauf und landab Nachahmer wünschen.

 

Martin Ludwig/Peter Völker „Von Rodinberch bis Rothenbergen – Geschichte und Geschichten aus dem Dorf an der Straße“ (2006), 2. geringfügig überarbeitete Auflage, Euro 19,30. Zu beziehen bei den Geschäften in Rothenbergen oder bei den Autoren:

 

Martin Ludwig, Lessingstraße 2 a), 63584 Gründau, Tel. 06051 –13627, e-mail: lehrer-ludwig@t-online.de

 

Peter Völker, Frankfurter Straße 32, 63584 Gründau, Tel. 06051 – 17249 oder 0171 – 3398160, e-mail: voelkerpg@aol.com, Informationen: www.rodinberch.de, www.petervoelker.de

 


*Hans Melchior Schmidt ist Studienrat am Gymnasium in Gelnhausen und Schriftsteller aus Steinau-Bellings.


Neues Buch zum Leben in Rothenbergen geplant

- Zeitzeugen für die jüngere Geschichte des Dorfes gesucht -

„Zeitzeugen – Zeitgeschichte - Gespräche mit Menschen aus Rothenbergen, dem Dorf an der Straße“. Unter diesem Arbeitstitel wollen die Autoren Martin Ludwig und Peter Völker ein neues Buch zur Sozialgeschichte des Gründauer Ortsteils herstellen. „Diesmal stehen nicht die allgemeinen historischen Fakten im Mittelpunkt, sondern die erlebte Geschichte von Einzelpersonen“, erläuterte Ludwig. Zu diesem Zweck suchen die Autoren rund 15 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, die bereit sind, ihre Lebensgeschichte zu veröffentlichen.

Beteiligen können sich Bürgerinnen und Bürger Rothenbergens, die mindestens 70 Jahre alt sind und seit mindestens 10 Jahren im Dorf leben. Die schließt auch ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger ein.

In dem Buch sollen die vielfältigen Lebensverläufe von eingeborenen und zugereisten Rothenbergerinnen und Rothenbergern analysiert und dokumentiert werden. Ziel ist es nach Angaben der Autoren, den Lebensfaden vor der Kulisse des Dorfes realistisch und lebendig zu beschreiben. „In ihrer Gesamtheit ergeben die Biografien ein Stück gesellschaftliches Zeitdokument über das Leben im Dorf und entsprechen gleichzeitig dem Wunsch vieler Menschen nach Aufzeichnung ihres  Lebens“,  so Völker. Durch die Veröffentlichung wird nach Völker ein Stück Geschichte festgehalten, das sonst verloren geht.

Mit den Zeitzeugen sollen Interviews geführt werden, die von den Autoren bearbeitet und vor Veröffentlichung von den Gesprächspartnern freigegeben werden. Die Recherche soll durch Lebensdokumente und Bilder unterstützt werden. Der Umfang der Einzelbeiträge soll zwölf bis 15 Buchseiten umfassen. Das würde mit gestalterischen Elementen einen Buchumfang von max. 250 Seiten ergeben. Die Publikation soll in dem Format des ersten Buches der Autoren, „Von Rodinberch bis Rothenbergen – Geschichte und Geschichten aus dem Dorf an der Straße“, herausgegeben werden.

Kontakt: Martin Ludwig, Tel. 06051 – 17249, Peter Völker 0171 – 3398160.

Gründau, den 06.11.06


Auf den Spuren der Vereine

 – Ein Winterspaziergang durch Rothenbergen -

Die Autoren des Buches „Von Rodinberch bis Rothenbergen – Geschichte und Geschichten aus dem Dorf an der Straße“, Martin Ludwig und Peter Völker, organisieren am 27. Januar 2007 wieder einen historischen Spaziergang durch Rothenbergen. Diesmal sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Spuren der Vereine im Dorf folgen. Treffpunkt ist die Bushaltestelle vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Rothenbergen um 14.00 Uhr. Die Wanderung wird ca. 2 1/2 Stunden andauern und in der Gaststätte „Zum Bogen“ enden. Dort findet dann auch eine kurze Lesung statt. Bei trockenem Wetter ist ein Zwischenstopp auf der „Weißen Steinkaute“ geplant, wo Glühwein und Gebäck angeboten wird.

Die Vereine hätten, so Ludwig, wie kaum eine andere Institution das gesellschaftliche Leben im Dorf geprägt. Die Aktivitäten in Vereinen in sportlicher und kultureller Hinsicht stellten aber immer auch ein wichtiges Element der persönlichen Entwicklung der Menschen dar. „Deshalb sollen sie diesmal im Mittelpunkt dieses Spaziergangs entlang unseres Buches stehen, in dem dem Vereinsleben ein längeres Kapitel gewidmet ist“, so Ludwig weiter.

Die Spurensuche durch das Dorf folgt den Wirkungsstätten der Vereine. An markanten Punkten sollen sie sich durch kurze Schilderungen wichtiger Anekdoten oder Ereignisse aus der Vereinsgeschichte präsentieren. Der Abschluss im „Bogen“ soll ebenfalls dem regen Austausch dienen. Wichtig wäre aus Sicht der Organisatoren, dass sich auch ältere Vereinsmitglieder beteiligen.

Kontakt: Martin Ludwig, Tel. 06051 – 13627 oder Peter Völker  0171 – 3398160. 

Gründau, den 06.11.06